Voraussetzungsprüfung bei Kinderbetreuungskosten entfällt

Neben dem Wegfall der Einkommensgrenzen für volljährige Kinder wurde auch die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten vereinfacht.
Die bisherige Prüfung der Vorausetzungen für Kinder im Alter zwischen 0-3 Jahren und Kinder von 6 – 14 Jahren entfällt. Bisher mussten für eine Absetzbarkeit in diesen Altersgruppen die Eltern erwerbstätig, in Ausbildung oder für eine eigene Betreuung zu krank sein.
Vereinfacht heisst das: Wer Kinderbetreuungskosten (ohne Essens- und Spielgeld) belegen kann, kann diese auch steuerlich geltend machen. Nicht zu den Betreuungskosten zählen jedoch Sport-, Musikvereine oder Nachhilfeunterricht.

Autor: Johannes Stetten

Einkommensgrenzen für Kindergeld aufgehoben

Mit dem Steuergesetz 2012 wurden die Einkommensgrenzen für den Kindergeldbezug bei volljährigen Kindern aufgehoben. Befinden sich Kinder bis zum 25. Lebensjahr in Ausbildung, besteht nun Anspruch auf Kindergeld unabhängig von der Höhe des eigenen Einkommens der Kinder. Wurde jedoch schon eine Berufsausbildung abgeschlossen besteht der Anspruch nur bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von maximal 20 Stunden.

Bisher durfte abz. der Werbungskosten und Vorsorgeaufwendungen der Grundfreibetrag von 8004,- € nicht überschritten werden.

Falsche Lohnsteuerbescheinigungen 2010

Bei freiwillig gesetzlich Krankenversicherten ist im Jahr 2010 auch der Arbeitgeberanteil an die Krankenversicherung auszuweisen. Hier tauchen leider auf Grund der unklaren Rechtslage häufig Fehler in den Lohnsteuerbescheinigungen auf. Häufig fehlt der an den Arbeitnehmer steuerfrei ausgezahlte Beitrag oder, was einen großen Berechnungsunterschied ausmacht, die steuerfrei gezahlte Beiträge werden zwar bescheinigt jedoch nicht bei den vom Arbeitnehmer gezahlten Beiträgen berücksichtigt.

via steuerzahler.de

Schwarzbuch 2010

Der Bund der Steuerzahler hat wieder sein alljährliches Schwarzbuch veröffentlicht. In der Ausgabe 2010 werden wieder besonders schwere oder kuriose Fälle von Fehlplanungen und Verschwendung v. Steuergeldern dokumentiert.

Eine PDF Version des Buches kann kostenlos unter folgender Adresse bestellt werden:
http://schwarzbuch10.steuerzahler.de/downloadpdf.php

Autor:
Johannes Stetten

Verpflegungsmehraufwendungen auch bei Einsatz über 3 Monaten?

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 17.6.2010, VI R 35/08 einem Leiharbeitnehmer, der bei verschiedenen Einsatzstellen eines größeren Hafengebiets eingesetzt war, grundsätzlich den Verpflegungskostenabzug für mehr als 3 Monate zugesprochen. In seinem Fall handelte es sich um keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers. Die Ausformulierung, wie auch das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 10.07.2010, legen jedoch nicht eindeutig dar, ob dies auch  auf Arbeitnehmer von Großbaustellen sowie bei Fremdfirmen beschäftigte Leiharbeiter zurAnwendung gebracht werden kann.

Johannes Stetten

Arbeitszimmer – Bundesverfassungsgericht kippt die aktuelle Regelung

Mit dem Einkommenssteuergesetz 2007 änderte die Bundesregierung die bisherige Regelung zur Absetzbarkeit von betrieblich genutzten Arbeitszimmern. Nur wer seinen „Tätigkeitsschwerpunkt“ im häuslichen Arbeitszimmer ausübte konnte dieses noch steuerlich geltend machen.
Lehrer, Aussendienstmitarbeiter, Journalisten und ähnliche Berufsgruppen die zwar auf das Arbeitszimmer angewiesen waren einen wesentlichen Teil Ihrer Arbeit aber nicht dort verichteten gingen somit leer aus.
Das Bundesverfassungsgericht sah in dieser kompletten Streichung von berufsbedingten Werbungskosten einen Verstoß gegen das Nettolohnprinzip des Grundgesetzes, betonte aber auch wie bereits in frühren Entscheidungen dass eine Pauschalierung des Abzugsbetrages wie bis einschließlich 2006 Praxis (1250 €) im Ermessensspielraum des Gesetzgebers liege. Die Bundesregierung ist angehalten eine mit dem Grundgesetz vereinbare Neuregelung zu finden. Denkbar wäre hier auch eine pauschale Kürzung der tatsächlichen Aufwendungen um einen prozentualen Privatnutzungsanteil.
Insgesamt erinnert der Verlauf des Verfahrens an die ebenfalls 2007 eingeführte Streichung der Kilometerpauschale. Auch diese Regelung wurde Ende 2008 durch die Entscheidung des BVerfG wiederrufen, das hier ebenfalls einen Verstoß gegen das Nettolohnprinzip sah.

(Bundesverfassungsgericht, Beschluss v. 06.07.2010, Az.: 2 BvL 13/09)

Johannes Stetten

Neues Doppelbesteuerungsabkommen mit Dubai

In Deutschland unbeschränkt steuerpflichtige Personen, die seit dem 01.01.2009 Einkünfte in Dubai erziehlt haben sind mit diesen gem. dem neuen DBA in Deutschland voll Steuerpflichtig. Im Ausland bezahlte Steuern werden zwar angerechnet, dennoch dürfte für die Betroffenen durch diese neue Gestaltung eine erheblich höhere Steuerlast entstehen.

J. Stetten via dubainews

Fünftelregelung bei verzögerter Abfindungszahlung

Im Urteil vom 11. November 2009 mit dem Aktenzeichen IX R 1/09 entschied der BFH, dass die Steuerbegünstigung von Abfindungen auch dann in Anspruch genommen werden kann, wenn alleine die Abfindungszahlung auf das Folgejahr verschoben wird. Das Finanzamt des Klägers sah darin einen Mißbrauch von steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten.
In Abfindungsjahren kann dies einen Unterschied von mehrere zehntausend Euro Steuervorteil bedeuten.

Umbauaufwendungen als Aussergewöhnliche Belastungen

Entstehen Kosten für den behinderungsbedingten Umbau eines Wohnauses / einer Wohnung, so können diese als aussergwöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Im Urteil vom 22. Oktober 2009 entschied der Bundesfinanzhof (AZ VI R 7/09) dass diese Belastungen so stark unter dem Gebot der Zwangsläufigkeit stehen, dass auch die etwaige Steigerung des Gebäudewertes nicht diesen entgegen steht.

J. Stetten

Steuern sparen bei Krankenversicherungsbeiträgen

Seit Januar 2010 gilt das neue „Bürgerentlastungsgesetz“. Kranken und Pflegeversicherungsbeiträge können nun über den bisher geltenden Vorsorgehöchstbetrag hinaus als Sonderausgaben angerechnet werden. Dies betrifft jedoch nur den nach dem „Grundversorgungsprinzip“ abgerechneteten Anteil der Krankenversicherung.

Bei gesetzlich Versicherten Arbeitnehmern wird der Krankenversicherungsanteil direkt an das Finanzamt übermittelt und auch schon beim monatlichen Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt.

Das Bundesfinanzministerium hat zu dem Thema Bürgerentlastungsgesetz eine Informationsseite unter http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53988/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Arbeit__und__Steuererklaerung/003__FAQ__Buergerentlastungsgesetz.html eingerichet.

Johannes Stetten
Lohnsteuerhilfe e.V.